VV wählt drei neue Gutachter
Die KZV Berlin hat auf ihrer Vertreterversammlung (VV) am 23. März 2026 für die laufende Legislaturperiode (2023-2028) im KFO-Bereich zwei neue Vertragsgutachter gewählt: Simon Can, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie in Charlottenburg, und Dr. Michael Thomas, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie in Zehlendorf. Zudem wurde der Gutachter Dr. Helmut Gottsauner, Zahnarzt in Spandau, als Obergutachter gewählt. Alle Bewerber erfüllen die Qualifikationskriterien des Bundesmantelvertrags Zahnärzte und auch die Vorgaben der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV).
30. März 2026
Beruf & Politik
Neu gewählt hat die VV auch den Satzungsausschuss, der künftig nur noch sechs statt acht Mitglieder umfassen wird: Frank Gustav Bloch, Zahnarzt in Lichtenberg, Dr. Harald Frey, Fachzahnarzt für Oralchirurgie in Tempelhof, Dr. Jörg-Dietrich Granzow, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie in Reinickendorf, Eleni Kapogianni, Fachzahnärztin für Oralchirurgie in Charlottenburg, Dr. Helmut Kesler, Zahnarzt in Reinickendorf, und Thekla Wandelt, Fachzahnärztin für Oralchirurgie.
In den Berichten der KZV-Vorstände ging es wie immer um die Präsentation wichtiger Inhalte oder Veränderungen in der aktuellen Arbeit bezogen auf die jeweiligen Ressorts.
Zentrale Veranstaltungen insbesondere im ersten Quartal 2026
So berichtete der Vorstandsvorsitzende der KZV Berlin, Karsten Geist, ausführlich über zentrale Veranstaltungen, die von Dezember 2025 bis ins erste Quartal 2026 stattgefunden hatten. Dazu gehörten auch zwei Beiratssitzungen der KZBV in Köln im Dezember 2025 und Februar 2026 und Berichte von der Koordinierungskommission Nordverbund der KZVen und der KZVen in Bremen im Januar und März 2026.
In einer gemeinsamen Vorstandssitzung im Februar habe sich zudem der neu gewählte Vorstand der Zahnärztekammer (ZÄK) Berlin beim KZV-Vorstand offiziell vorgestellt. Dabei habe man unter anderem auch die Abstimmung von Veranstaltungen übers Jahr besprochen und Möglichkeiten weiterer Kooperationen ausgelotet. Es ging, so Geist, insbesondere um das Fortbildungssymposium der KZV Berlin am 19. Juni und die von der ZÄK veranstaltete „Dental Berlin“ am 2./3. Oktober. Die neue Präsidentin der ZÄK Berlin, Dr. Bianca Göpner-Fleige, die auch das Ressort „Öffentlichkeitsarbeit“ verantworte, habe betont, sie freue sich auf die Zusammenarbeit, zumal sie in Ihrer bisherigen Funktion als Zahnärztin in der Patientenberatung die KZV Berlin schon gut kennengelernt habe.
Daneben berichtete Geist über Personalentwicklungsmaßnahmen bei der KZV Berlin.
Nur noch ganz wenige Praxen von Einbehalten betroffen
Dr. Andreas Hessberger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KZV Berlin, referierte aus seinem Ressort zunächst über den Stand der Budgetausschöpfung 2025 bezogen auf die verschiedenen Kassenarten.
Als Ausblick zur HVM-Abrechnung 2025 nannte Dr. Hessberger das nun erreichte Ziel, die Abrechnung des Gesamtjahres 2025 bereits im März 2026 im Zusammenhang mit der Quartalsabrechnung IV/2025 vorzunehmen. Dabei sei es gelungen, alle Einbehalte außer der Stufe 7 an die Praxen zurückzuführen. Somit wären nur noch ganz wenige Praxen von Einbehalten betroffen. Möglich sei diese positive Entwicklung durch die Umstellung der Verträge mit den Primärkassen geworden. Bei unveränderter Fortführung hätten die Berliner Praxen sonst für das Jahr 2025 ein Millionendefizit durch entsprechende Einbehalte tragen müssen.
In einem mehrjährigen Rückblick erläuterte Dr. Hessberger die Entwicklung der zahnärztlichen Versorgung in Berlin. Die Summe der abgerechneten Leistungen sei zwar gewachsen, dies aber im Gleichklang mit der zunehmenden Zahl an gesetzlich Versicherten in der Stadt. Bemerkenswert sei, dass dieser Leistungsumfang jedoch von einer abnehmenden Zahl an Zahnärzten erbracht wurde.
Qualität als Schwerpunkt im KZV-Jahr 2026
Ein thematischer Schwerpunkt der KZV Berlin in diesem Jahr bilde der Bereich Qualität, so Dr. Jana Lo Scalzo, stellvertretende Vorsitzende. Entsprechend stehe das Fortbildungssymposium am 19. Juni unter dem Motto „Qualität sichern – Praxis stärken!“. Die Veranstaltungsangebote, die sich speziell auf das Qualitätsmanagement von Zahnarztpraxen bezögen, könne man künftig an einem neuen Logo (roter Kreis mit weißem „QM“-Schriftzug und Häkchen) auf der Website der KZV Berlin leicht erkennen.
Im Bereich Telematik verwies sie darauf, dass gemäß § 372 Abs. 3 SGB V Vertragszahnärzte ihre vertragszahnärztlichen Leistungen grundsätzlich mit den KZVen nicht mehr abrechnen könnten, wenn sie keine informationstechnischen Systeme dabei einsetzten, die ein Konformitätsbewertungsverfahren nach § 387 erfolgreich durchlaufen hätten. Dieses Abrechnungsverbot habe die KZBV im Dezember 2025 in ihrer Richtlinie aber dahingehend gelockert, dass Eigenerklärungen zu Ausnahmetatbeständen nun auch noch nach dem 31.12.2025 möglich seien. Die KZV Berlin habe die Erfassungsmasken im Serviceportal am 5. Januar 2026 deaktiviert, ausgenommen davon seien aber Praxen mit Eigenerklärung.
Zum Gutachterwesen merkte Dr. Lo Scalzo an, dass die Krankenkassenverbände keine Bedenken hätten, auch einen angestellten Zahnarzt zum Gutachter zu bestellen, sofern der Kandidat die Voraussetzungen des Bundesmantelvertrages Zahnärzte in der Vergangenheit bereits erfüllt habe. In diesem Jahr hätten bereits drei Gutachtertagungen und eine Obergutachtertagung stattgefunden.
Eine personelle Neubesetzung gebe es in der Patientenberatung: So habe der KZV-Vorstand Dr. Frank Göpner als Beauftragter mit der Nachfolge von Dr. Bianca Göpner-Fleige betraut. Er sei davor schon beratend dort tätig gewesen und arbeite zudem schon viele Jahre in den Bereichen Prüfgremien und Abrechnung mit.
Die nächste Vertreterversammlung findet statt am 21. September 2026.